Pädagogik

Dr. Rudolf Steiner begründete 1919 in Stuttgart die erste freie Waldorfschule. Seitdem sind in Deutschland über 150 freie Waldorfschulen entstanden, weltweit gibt es über 500. Warum eine freie Schule ?

Ist es richtig, dass der Staat und die Wirtschaft die jungen Menschen nach Ihren Bedürfnissen formen? Oder sollte nicht vielmehr der zu Freiheit und Verantwortung erzogene Mensch seinerseits Staat und Wirtschaft nach seinen Bedürfnissen gestalten?

Die Waldorfschule versucht eine Basis zu schaffen, die es dem Lehrer ermöglicht, aus Einsicht in das Wesen des heranwachsenden Menschen in voller Verantwortung und Initiative pädagogisch zu wirken.

Der Waldorfkindergarten

Etwas später entstanden die ersten Waldorfkindergärten, die speziell an den Besonderheiten der ersten 7 Lebensjahre des Kindes orientiert sind. Nachahmung und Vorbild sind die „Zauberworte“ des ersten Jahrsiebts. Das Kind hat bis zu einem bestimmten Alter den natürlichen Drang, was auch immer in seiner Umgebung vorgeht nachahmend zu verarbeiten. Es nimmt dabei den Erwachsenen als Vorbild wahr.

Nach den Erkenntnissen Rudolf Steiners wirkt sich diese Tätigkeit des Wahrnehmens und Nachahmens direkt auf die Ausbildung der kindlichen Organe aus. Wir legen daher nicht nur viel Wert auf die gesunde Nahrung, sondern auch auf die Qualität aller Sinneseindrücke, so z.B. auf die Farben, Formen und Materialien des Spielzeugs, der Einrichtung und der Räumlichkeiten. Vor allem aber zählen hierzu die Gesten und Handlungen des Erwachsenen, die sinnvoll, beherrscht und liebevoll sein sollen. Das Kind lernt sozusagen das Menschwerden am Menschen. Große Zurückhaltung üben wir in diesem Alter noch in allen Formen der intellektuellen Ansprache, z.B. des ständigen Ermahnens oder des starren Einübens von Verhaltensweisen.

Für die Nachahmung gibt es viele Vorbilder. Der Kindergarten gleicht einem großen Haushalt, in dem gekocht, gewaschen, gebügelt, gefegt, geputzt und repariert wird. Wasserfarben, Wachskreide, Nähkörbchen und Handwerkszeug locken zur Betätigung. Mit bunten Fäden kann man häkeln, knüpfen und flechten. In Körben stehen Naturmaterialien wie Steine, Muscheln, Kastanien und Aststücke bereit.

Mit bunten Tüchern kann man Höhlen und Häuser bauen oder sich verkleiden. In Wiegen und Bettchen schlafen noch die Puppen vom Vortage.

Kinder können ab etwa 2 bis 3 Jahren in unsere Gruppe aufgenommen werden.

Welche Rolle spielt die Anthroposophie?

Anthroposophie ist die Bezeichnung für die Wissenschaft bzw. den Erkenntnisweg, die von Rudolf Steiner begründet wurden. Als solche ist sie Erziehungsgrundlage und Werkzeug der Waldorfpädagogen. Sie ist für die Erwachsenen gedacht, wird also nicht etwa den Kindern vermittelt.

Religiöse Erziehung ?

Wir sind der Überzeugung, dass Erziehung ohne das Religiöse unvollständig ist. Deshalb werden im Kindergarten alle religiösen Feste im Jahreslauf gestaltet. Ein Morgengebet und das Tischgebet vor der gemeinsamen Mahlzeit sind fester Bestandteil des Tagesablaufes.